Oll Geick zu Wulfsahl Sage: “Hest wat seihn?” wird mitunter ein Besucher der Kirche von den Wulfsahlern befragt. Gemeint ist, ob man eventuell auf dem Kirch-boden das Bettgestell des “Oll Geick” entdeckt hat. Nicht jeder hat die Gabe, Geister zu sehen. Dafür kommen Sonntagskinder in Betracht und solche, die zu Johanni geboren sind. Oll Geick geistert auf dem Kirchboden umher. Mitunter soll bei Gottesdiensten ein Knarren der Deckenbalken und Bretter zu hören sein, gerade, als ob er darüber hinweg geht. Sonst ist er aber harmlos und schadet den Leuten nicht. Erklärungen, Hintergründe: “Oll Geick” gab es tatsächlich. Der junge Dorfschulze Johann Christian Geick schwängerte unter dem Versprechen der Ehe die Tochter des Nachbars (1791). Als die Zeit kam, sein Versprechen einzulösen, stritt er alles ab und versuchte, ihr den Ruf einer Hure anzu-hängen. Der mecklenburgische Herzog war darüber sehr erbost und ließ ihn als Schulzen ablösen. Außerdem verlor er seinen Hof und mußte eine einjährige Karren-strafe auf der Festung Dömitz verbüßen. Amtsträger bleiben heute für ganz andere Vergehen im Amt. So ändern sich die Zeiten. Geick kehrte zwar nach Wulfsahl zurück, wurde aber bis an sein Lebensende von den anderen verachtet. Wo sollte er bleiben? Auf dem Kirch-boden fand er ein elendes Lager. In dieser Zeit entstand die Geschichte vom “Oll Geick”, der zur Strafe seiner Untat auch nach seinem Tode keine Ruhe findet und als Geist umhergehen muß.

übrigens: Bis in die jüngste Zeit wusste niemand wann die Dorfkirche errichtet wurde. Durch Zufall wurde in einem Balken unter der Traufe eine Inschrift des Baumeisters Niklas Blecke gefunden, welcher "1700 Di3M" in das Gebälk verewigte. Dabei fiel auf, dass sich der Baumeister im Wochentag irrte, denn der 3.rz und auch der 3.Mai 1700 fielen auf die Wochentage Mittwoch, bzw. Donnerstag. Wenige wissen auch, dass die Wulfsahler Kirche kurz nach dem 30jährigen Krieg komplett neu aufgebaut wurde.